Bitcoin, Ethereum, Litecoin – Kryptowährungen in der Steuererklärung

Sie haben vor kurzem Gewinne durch den Verkauf von Bitcoin oder Litecoin gemacht? Herzlichen Glückwunsch! Aber das Finanzamt möchte unter Umständen durch die Versteuerung des Gewinns auch daran partizipieren. Unser Artikel beleuchtet unter welchen Umständen eine Besteuerung dieses Gewinns erfolgt.

Bitcoin Steuererklärung

Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum sind digitale Zahlungsmittel bzw. virtuelle Währungen, die vom Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Rechnungseinheit eingestuft wurden. Sie sind daher kein gesetzliches Zahlungsmittel und können mit Devisen verglichen werden. Aus Sicht der Finanzbehörden werden die mittlerweile mehr als 3.000 Kryptowährungen als privates Geld behandelt. Mit Kryptowährungen erzielte Veräußerungsgewinne können unter bestimmten Voraussetzungen steuerpflichtig sein.

Mit Kryptowährungen Gewinn erzielen

Beim Kauf bzw. Verkauf von Bitcoin, Ethereum & Co. handelt es sich um private Veräußerungsgeschäfte (Spekulationsgeschäfte), die nach dem persönlichen Steuersatz im Rahmen der Einkommenssteuer zu versteuern sind. Wird beim Umtausch von Kryptowährungen ein Veräußerungsgewinn erzielt, ist das Datum ihrer Anschaffung ausschlaggebend dafür, ob eine Steuer zu zahlen ist.

Kryptowährungen, wie Bitcoin, können auch im sogenannten Mining (= Schürfen) bzw. über Dienstleister als Cloudmining erworben werden. Bei den hieraus resultierenden Veräußerungsgewinnen handelt es sich dann um Einkünfte aus  Gewerbebetrieb, da von einer Gewinnabsicht ausgegangen wird, für die dann eine entsprechende Steuer anfällt. Zudem hängt die Höhe der Steuer beim Cloudmining von den Inhalten des Dienstleistungsvertrages ab. Aktuell wird noch jeder Einzelfall individuell vom Finanzamt bezüglich der Besteuerung (Einkommen- und ggf. Gewerbe- sowie Umsatzsteuer) geprüft.

Keine Steuer bei Haltefrist von mehr als einem Jahr

Werden Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. angeschafft und erst nach mehr als 12 Monaten verkauft, so ist auf den erzielten Veräußerungsgewinn keine Steuer zu zahlen. Allerdings wird eine Abgeltungssteuer fällig, wenn mit den Kryptowährungen Zinsen erzielt wurden. Die sogenannte Spekulationsfrist erhöht sich gleichzeitig auf 10 Jahre.

Steuerpflicht bei Haltefrist von weniger als einem Jahr

Werden Kryptowährungen hingegen nach nur wenigen Monaten mit Gewinn veräußert, fällt hierfür eine Steuer von bis zu 45 Prozent an. Allerdings sieht die Steuer für private Veräußerungsgeschäfte eine Freigrenze von 600,00 EUR pro Jahr vor. Diese Freigrenze darf jedoch nicht mit dem Freibetrag verwechselt werden. Liegt der Veräußerungsgewinn nur einen Euro über der Freigrenze, fällt für den kompletten Veräußerungsgewinn eine Steuer an.

Zudem gilt die Freigrenze für sämtliche privaten Veräußerungsgewinne innerhalb eines Kalenderjahres. Hierunter fallen nicht nur Bitcoin, Ethereum und Co., sondern z. B. auch der Verkauf von Kunstwerken. Daher müssen sämtliche Veräußerungsgewinne zusammengezählt und in der Steuererklärung eingetragen werden. Die Eintragung ist auch dann vorzunehmen, wenn der Veräußerungsgewinn unter der Freigrenze von 600,00 EUR liegt, da das Finanzamt die Steuerfreiheit zunächst feststellen muss.

Verrechnung von Verlusten

Es ist möglich, Veräußerungsverluste bei der Steuererklärung mit Veräußerungsgewinnen aus dem Vorjahr oder durch Verlustvortrag unbegrenzt mit künftigen Veräußerungsgewinnen zu verrechnen. Dabei können Verluste aus privaten Verlustgeschäften mit Kryptowährungen auch nur mit solchen verrechnet werden und nicht z. B. mit Aktiengeschäften.

Ermittlung des Veräußerungsgewinns nach der Fifo-Methode

Der Veräußerungsgewinn bezeichnet die Differenz zwischen dem erzielten Verkaufspreis und dem Einkaufspreis der Kryptowährungen. Es gibt keine eindeutig gesetzliche Regelung, welche Reihenfolge bei den Einkäufen und Verkäufen einzuhalten ist. Die herrschende Meinung rät jedoch, die Fifo-Methode zu verwenden. Dabei werden die zuerst gekauften Kryptowährungenmit den zuerst verkauften Kryptowährungen verrechnet.

Es empfiehlt sich, die Geschäfte mit Bitcoin, Ethereum und Co. genau zu dokumentieren (Zeitpunkt, Preis, Anschaffungs- bzw. Verkaufsmenge, Börsennotierung), um im Zweifelsfall gegenüber dem Finanzamt Belege liefern zu können.

Haben Sie weitergehende Fragen zum Thema der Besteuerung von Gewinnen aus Kryptowährungen?

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