Studenten Steuererklärung für 7 Jahre rückwirkend abgeben

Steuererklärung rückwirkend

Der Gesetzgeber wird die Frist zur rückwirkenden Abgabe von Steuererklärungen voraussichtlich bald auf 4 Jahre festsetzen. Wer für die Jahre 2009, 2010, 2011 und 2012 noch Studienkosten erstattet bekommen will, muss sich somit beeilen.

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss diese grundsätzlich bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt einreichen. Zudem können Studenten sogar bis zu 7 Jahre rückwirkend eine Steuererklärung für ihre Studienzeit erstellen, und dadurch ihre Studienkosten steuerlich geltend machen.

Der Gesetzgeber hat zwar bereits mehrmals angedeutet, dass die Frist von 7 Jahren in absehbarer Zeit auf nur noch 4 Jahre reduziert werden soll. Bis heute ist dies zwar noch nicht geschehen. Aber es deutet momentan Vieles daraufhin, dass im Zuge des Steuerrecht-Modernisierungsgesetzes, welches im Herbst 2016 verkündet werden soll, auch die Friständerung vollzogen wird und sich damit die rückwirkende Abgabefrist auf 4 Jahre reduziert.

Studenten Steuererklärungen noch für 2009 bis 2012 abgeben

Studenten, die in der Zeit von 2009 bis 2012 studiert und noch keine Steuererklärungen für diese Jahre abgegeben haben, sollten dies schnellstmöglich tun. Sollte die Frist tatsächlich auf 4 Jahre gesenkt werden, ist eine nachträgliche Verlustfeststellung von Studienkosten und damit die Generierung eines Verlustvortrages ausgeschlossen.

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Bachelorstudenten unbedingt Steuererkärung abgeben

Während für ein Zweitstudium (Master) die Studienkosten problemlos als Werbungskosten angegeben und damit auch als Verlust vorgetragen werden können, ist dies bei einem Erststudium (Bachelor) noch nicht möglich. Hier können laut Gesetz die Kosten lediglich als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Es können folglich Ausgaben bis maximal 6.000 Euro von der Steuer abgesetzt werden – aber nur in dem Jahr, in dem sie tatsächlich angefallen sind. Die Generierung eines Verlustvortrages ist bei einem Ansatz von Sonderausgaben ausgeschlossen.

Aktuell prüft das höchste deutsche Gericht, das Bundesverfassungsgericht (BVerfG), ob die Regelung, dass nur Studenten in einer Zweitausbildung (u.a. Master) einen Verlustvortrag generieren können gegen die Verfassung verstößt und damit rechtswidrig ist. Es empfiehlt sich daher auch für alle Erstausbildungen beispielweise frisch immatrikulierte Abiturienten eine Studenten Steuererklärung abzugeben. Bis das BVerfG ein endgültiges Urteil gefällt hat, sollten auch Bachelor-Studenten mit Verweis auf die aktuell laufenden Verfahren am BVerfG ihre Studienkosten als Werbungskosten angeben und damit einen Verlustvortrag feststellen lassen. Natürlich ebenfalls derzeit noch sieben Jahre rückwirkend.

Es empfiehlt sich die Verlustfeststellung für Studenten durch einen Steuerberater erstellen zu lassen. Hier zeigen wir Euch wie der Prozess bei uns abläuft und was andere Mandanten für Erfahrungen gemacht haben.